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Aktuelles

„Ein Pärchen im Baurausch“: Starkstrom-Abnahme mit Feldwebel

Der Weg in die eigenen vier Wände kann mitunter steinig sein – und manchmal herrscht ein rauer Ton. Das erlebten Katja Apelt und Axel Dielmann zum Beispiel bei der Starkstrom-Abnahme ihres Eigenheims. Warum ihr Prüfer sie an einen Feldwebel erinnerte, lesen Sie im neuen Auszug ihres Buchs „Ein Pärchen im Baurausch“.

„Ein Pärchen im Baurausch“ von Katja Apelt und Axel Dielmann, ab Seite 139

4. August
Um kurz vor 11 Uhr ist Herr Kumant da. Er tigert im Keller auf und ab. Schlag 11.30 Uhr kommt der Prüfer, junger Typ, Köfferchen dabei, sieht lässig aus. »Kommen Sie rein. Wir gehen am besten …«
»Wir gehen in den Keller. Ist der Elektriker da?« Puh, das hat schon gewisse Befehlsqualitäten.
»Der Herr Kumant wartet unten und kann Ihnen alles zeigen«, leite ich über.
»Muss er nicht.« Das ist bündig. Schon ist der Mann die Treppe hinunter und tritt in den Kellervorraum. – Herr Kumant holt Luft, will ihn begrüßen, aber er wird ausgebremst: »Warum ist das so ein großer Schrank?«
Herr Kumant kommt ins Trudeln, bevor er noch gestartet ist. Der Prüfer: »Machen wir mal auf!«
Was wie die Einladung zu einem gemeinsamen Projekt klingt, ist eher eine Anweisung: Der Herr Prüfer wartet, bis Herr Kumant versteht – und den Elektroschrank aufmacht, obwohl dessen breite Tür doch nur angelehnt war. »Für Einfamilien-Haus ist normalerweise 1-Zähler-Anlage vorgesehen!«, feldwebelt der Mensch sogleich. Ich habe Herrn Kumants Satz von neulich im Kopf: »Die führen sich auf wie die Voll-Götter!« Kumant ist völlig aus der Fassung.

Sein Alptraum-Gegner: »Was haben wir hier?« Übergangslos wird nach Potentialausgleich gefragt, Herr Kumant setzt zu einer Erklärung an, da wird er schon nach der Zuleitung gefragt und nach NH-Sicherung. Herr Kumant kommt kaum hinterher, während sich der Spieß inzwischen in den Sicherungskasten gebeugt hat, und immer noch zu meckern hat.
Der Erder reicht ihm am Ende aus, »Kann man so machen …«, wird beschieden, aber irgendein Teil will er unbedingt anders angeordnet wissen. »Wir können einen neuen Termin machen«, schlägt Herr Kumant, endlich einmal zu Wort gekommen, vor: »Dann kann ich das zwischenzeitlich ändern.« Aber da hat er seine Rechnung nicht mit dem Elektrofeldwebel gemacht: »Nix, das bekommen wir doch wohl jetzt gleich hin. Hauptsicherung raus. Und ran!«
Jawoll! Verkneife ich mir besser. »Ich hole mal eben …«, entschuldigt sich Herr Kumant, setzt die Treppe hinauf, ist in Rekordzeit von seinem Auto zurück mit einer knallroten, starkstromsicheren Stulpe und NH-Aufsteckgriff.

»Ich steige mal rauf und sage den Handwerkern Bescheid, dass nachher der Strom für eine Weile weg ist …«, versuche ich die Atmosphäre zu entspannen. Da klärt mich der Schleifer auf: »Brauchen Sie nicht. Wenn ich auf einer Baustelle sage: Aus, dann ist auch Aus! – Und das merken die dann schon.«
Kumant zieht seine rote Stulpe nicht einfach über die Hand – ich sehe ihm an, dass er am liebsten fast ganz darin verschwinden würde. Er geht nach nebenan, um den Hauptsicherungskasten zu öffnen. »Ist aber sicher nicht angenehm für die Leute, wenn denen mitten im Bohren der Strom ausgeht«, erläutere ich eher mir selbst; denn der Herr vom Amt bleibt in sein iPad vertieft, in dem er nun Werte eingibt oder Prüfungstatbestände anklickt:

[] ohne Beanstandung
[] zu behebende Mängel
[] gravierende Mängel
[] Betriebserlaubnis konnte nicht erteilt werden
[] Gefahr im Verzug
[] Baustelle musste geschlossen werden …

Bevor ich die Treppe hinaufsteige, sehe ich Herrn Kumant in der Ecke nebenan mit seinem Riesenhandschuh gestikulieren. Es sieht eher gespenstig aus, wie er dann mit dem knallroten Starkstrom-Überzieher mit der seltsamen Captain Hook-Vorrichtung im Kasten der Hauptsicherung zu hebeln beginnt, als wolle er irgendjemandem hier die Knochen einzeln brechen…

Oben machen die Jungs ebenso wie Katz gerne eine Pause, sie fragt mich, was denn da unten los sei. »Kann man eigentlich nicht erklären«, sage ich ihr: »Ich dachte, das wäre eine ausgestorbene Art!« Die aber, nachdem Herr Kumant seiner Anordnung zur Umordnung mit Unterordnung gefolgt ist, nur noch milde schlaumeiert: »Na also, das hätten wir doch auch gleich so haben können. – Und jetzt wollen Sie die Plombe von mir, sehe ich das richtig?«
Antworten Sie mit »Ja, ich will« oder schweigen Sie für immer! – Kumants Tirade nimmt schier kein Ende, als der Herr Prüfer uns verplompt hat und nach einer quälenden Stunde vondannen gezogen ist.

Welche Geschichten Katja Apelt und Axel Dielmann noch auf ihrem Weg ins Eigenheim erlebt haben, lesen Sie in ihrem Buch: „Ein Pärchen im Baurausch- Geschichten von der eigenen Baustelle“.