Wie bringt man den angespannten deutschen Wohnungsmarkt wieder in Gang? Eine schwierige Frage, die beim Wohnungsgipfel im Herbst geklärt werden soll. Dort treffen sich Branchen-Experten und diskutieren Lösungswege. Wir zeigen, welche Themen sie angehen wollen.

Kaum ist sich die neue Regierung beim Baukindergeld einig, kommt das nächste Thema auf den Tisch – der Wohnungsgipfel. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden treffen sich im Herbst. Das Ziel: Wege finden, um den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Bauminister Horst Seehofer (CSU) und der Immobilienverband IVD haben ihre Schwerpunktthemen schon präsentiert. Welche das sind? Wir haben sie zusammengefasst.

Regeln und Vorschriften reduzieren

Ein Hauptthema des Wohnungsgipfels werden sehr wahrscheinlich schlankere Vorgaben im Wohnungsbau sein. Dafür sprachen sich sowohl Horst Seehofer als auch der IVD aus. Maßnahmen, die deregulieren und entbürokratisieren, könnten demnach im Mittelpunkt des Gipfels stehen, wie der Bauminister ankündigte. Ähnlich sieht es der IVD. „Auf dem Weg von Baugenehmigung zu Fertigstellung liegen viele Hürden“, heißt es vom Verband. Darum setze er sich im Herbst für Maßnahmen ein, die Baugenehmigungen und Bauverfahren künftig beschleunigen.

Steigende Baukosten vermeiden, Bauland optimal nutzen

Ein anderes wichtiges Thema für Horst Seehofer: die Baukosten. Er will weiteren Baukostenexplosionen vorbeugen. Allerdings sprach sich der CSU-Chef nur gegen erneute Steigerungen aus. Maßnahmen, um Kosten zu senken, plant er nicht. Auch das fehlende Bauland steht bei dem Minister auf der Agenda. Er will beim Wohnungsgipfel Strategien finden, um die vorhandenen Flächen optimal zu nutzen. Dabei könnten auch dichter bebaute Wohngegenden und höhere Gebäude eine Lösung sein, so Horst Seehofer. Gleichzeitig müsse man aber auch neues Bauland finden. Dieses Thema ist dem CSU-Chef so wichtig, dass der parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz (CDU) eine eigene Kommission leiten wird.

Ländliche Räume attraktiver machen

Eine weitere Maßnahme, mit der sich Horst Seehofer beschäftigt: Ortskerne stärken. Er möchte den Blick nicht nur auf die angespannte Lage in den Metropolen richten, sondern Gegenden in den Fokus rücken, die unter Wegzug und Verfall leiden. Hier müsse man langfristig auf Strukturveränderungen setzen. Man könne beispielsweise Behörden in dünn besiedelte Gebiete verlegen oder dort in Bildungs- und Kultureinrichtungen investieren.

Bauen, Mieten und Sanieren auf einem Level

Und wie sieht es bei den Mieten aus? Dazu machte Horst Seehofer keine konkreten Aussagen. Er kündigte lediglich an, die Themen Bauen, Mieten und energetische Sanierung inhaltlich und finanziell gleichzustellen. Für alle geplanten Maßnahmen reiche aber sein bisheriges Budget nicht. Daher fordert er auch mehr Geld.

Die ersten Schwerpunkte stehen fest. Wie geht es auf dem Wohnungsgipfel weiter? Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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