Der Markt kennt keine Grenzen – weder bei den Preisen, noch bei der Nationalität. Längst haben ausländische Kunden ein Auge auf deutsche Immobilien geworfen. Sie kommen aus England, China oder den USA. Was sie mitbringen? Ganz eigene Vorstellungen. Drei neue Zielgruppen im Detail.

 

Ob in Frankfurt oder Berlin – unsere brandneuen Marktreports zeigen einen deutlichen Trend: Deutsche Immobilien liegen bei ausländischen Käufern hoch im Kurs. Gut jeder vierte Eigennutzer oder Investor hat einen nicht-deutschen Pass. Das sieht Thomas Zabel von Jones Lang LaSalle genauso. In einem Gastbeitrag für cash.online schreibt er über die zunehmende Internationalisierung der deutschen Immobilienbranche. Als Ursachen sieht er globale Megatrends wie die steigende Mobilität, Verschiebungen auf den Finanzmärkten, die Dezentralisierung der Arbeitswelten und auch politische Situationen wie den Brexit.

Was das für den deutschen Markt bedeutet? Eine Chance. Denn die Internationalisierung bringt neue Zielgruppen mit sich. Drei davon stellt Thomas Zabel genauer vor: internationaler Mieter, Selbstnutzer und Kapitalanleger. Das „Trio Internationale“ im Überblick.

Typ 1: Der Mieter – Bezugsfertige Apartments in zentraler Lage

Sie haben Familie und Immobilie in der Heimat und doch zieht es sie immer wieder nach Deutschland. Die Rede ist von den sogenannten Business Travellern. Warum sie so viel reisen? Wegen des Brexits. Der hat viele Firmen dazu veranlasst, nach Frankfurt umzuziehen. Und damit auch zahlreiche Angestellte, die hier Wohnraum suchen. Allerdings meist zur Miete, so Thomas Zabel. Am beliebtesten seien dabei möblierte Mikroapartments in zentraler Lage. Am besten auch noch mit zusätzlichen Serviceangeboten wie einem englischsprachigen Concierge. Punkten könnten die deutschen Apartments zudem mit einem Fitness-Center oder anderen Gemeinschaftsarealen. Für einen kompletten Umzug mit Familie würden sich viele Wohnungsinteressenten erst nach ein paar Jahren entscheiden, erklärt Thomas Zabel. Diejenigen, die es aber schon jetzt täten, würden ein Auge auf größere Wohnungen im gehobenen Segment werfen.

Typ 2: Der Selbstnutzer – Große Wohnung in familienfreundlicher Gegend

Eine andere Ausgangslage mit ähnlichen Folgen gebe es in den USA. Dort würden die politische Lage (u.a. Protektionismus und Einwanderungspolitik) und die wirtschaftliche Situation (u.a. teure Büroräume und wenig attraktive Finanzierungsmöglichkeiten) viele Menschen zum Umdenken – und vor allem zum Umziehen – bewegen. Besonders IT-Unternehmen im Start-up-Sektor würden das Silicon Valley verlassen und nach einem Firmensitz in Europa suchen. Zum Beispiel in Deutschland. Anders als die Business Traveller seien die jungen Start-up-Mitarbeiter eher zum Immobilienkauf bereit – um dann hier eine Familie zu gründen. Sie würden nach großen Wohnungen in zentraler, familienfreundlicher Lage suchen.

Typ 3: Der Kapitalanleger – Kleine, zentrale Apartments

Neben Eigennutzern hätten auch Kapitalanleger vermehrt Interesse an deutschen Immobilien. Vor allem Investoren aus dem Raum Asia Pacific. Besonders beliebt: Berlin und Frankfurt. Beide Städte gelten als risikoarm. Berlin sei zudem eine der zukunftsfähigsten Städte ganz Europas. Die Wertzuwächse bei Premiumwohnungen seien bereits höher als in Paris und New York. Frankfurt besteche dagegen mit seiner unverkennbaren Skyline. Ein Stadtbild, das asiatisch-pazifische Investoren aus ihrer Heimat kennen würden. Und wonach suchen die Kapitalanleger? Wie die internationalen Mieter bevorzugen sie kleine Apartments in zentraler Lage.

Internationalisierung – eine Chance

Ob Mieter, kaufwilliger Eigennutzer oder Kapitalanleger – internationale Kunden scheinen immer mehr Gefallen am hiesigen Immobilienmarkt zu finden. In Deutschland ist die politische und wirtschaftliche Situation vergleichsweise sicher. Ein Trend, von dem die ganze Immobilienbranche profitieren könnte.

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