| Philipp Burk

Spielt der Famili­en­stand bei der Baufi­nan­zierung eine Rolle?

Der Familienstand ist für Banken im Rahmen der Baufinanzierung eigentlich nicht relevant. In der Theorie versuchen sie lediglich abzuschätzen, ob sich zukünftig die Tilgungsraten von Kreditnehmern begleichen lassen. Dazu erfassen sie bei der Antragsstellung persönliche Daten. In der Praxis sieht die Sache hingegen anders aus. Unverheiratete müssen damit rechnen, schlechtere Konditionen als Ehepaare zu erhalten, gelegentlich kommt es erst gar nicht zum Vertragsabschluss.

Meist finanzieren zwei Personen Eigentumswohnungen oder Wohnhäuser – das hat seinen Grund. Beide Einkommen tragen zur völligen Kredittilgung bei. Auch Singles können Baudarlehen in Anspruch nehmen, doch die monatlichen Belastungen sind recht hoch, sodass nur Topverdiener mit sicheren Jobs in der Lage sind, die fälligen Raten langfristig zu begleichen. Was die berufliche Situation angeht, so werden Antragsteller bevorzugt, die feste Arbeitsverhältnisse vorzuweisen haben. Idealerweise ist der Kreditnehmer Beamter oder Soldat mit einer langen Wehrdienstzeit.

Das Geschlecht von Kreditnehmern hat keinen unmittelbaren Einfluss auf die Darlehensbewilligung. Natürlich dürfen auch homo- und transsexuelle Paare und Lebensgemeinschaften ein Eigenheim über die Bank finanzieren. Grundlage für die Bewertung sind immer die zugrunde liegenden Einkommensverhältnisse. Da Frauen jedoch in Ost- und Westdeutschland durchschnittlich weniger verdienen als Männer, wirkt sich das Geschlecht mitunter indirekt auf die Baufinanzierung aus.

Ein wichtiges Kriterium zur Kreditbewilligung stellt das Alter dar. Aufgrund des geringeren Einkommens im Ruhestand sollten Darlehen bis zum Renteneintritt abbezahlt sein. Kinder haben je nach Lebenssituation einen positiven oder nachteiligen Effekt auf die Baufinanzierung. Leben sie im Elternhaus, profitieren Kreditnehmer von besseren Steuerklassen und somit von höheren Einkünften. Andererseits kann ein großer Haushalt auch enorme Mehrbelastungen mit sich bringen. Bei unterhaltspflichtigen Darlehensnehmern schröpfen monatliche Zuwendungen für Kinder sowie für den vergangenen Lebenspartner das Budget.

Fazit

Eine Immobilie stellt eine langfristig ausgerichtete Investition dar, das gilt für Eigentumswohnungen genauso wie für Häuser. Zur Bewilligung eines Darlehens sollte immer die Prognose entscheidend sein, ob sich Raten über einen langen Zeitraum tilgen lassen. Wohneigentum dient dem Geldinstitut gleichzeitig als Sicherheit.

Öffentlich spielt es für Baufinanzierer keine Rolle, ob Kreditnehmer verheiratet, alleinstehend, geschieden, getrennt lebend oder verwitwet sind, solange die Einkommensverhältnisse stimmen. Das zeigt etwa das Angebot der KfW Bankengruppe. Die meisten Anbieter machen zum Familienstand leider keine konkreten Angaben, er lässt sich ausschließlich in den Antragsformularen angeben.

Es entsteht schnell der Eindruck, dass Geldinstitute hinter vorgehaltener Hand Ehepaare in gefestigten Lebensverhältnissen bevorzugen. Ob der Familienstand zum jeweiligen Darlehen passt, lässt sich nur von Fall zu Fall beurteilen. Im Vorfeld einer Kreditbeantragung sollten Interessierte daher individuellen Rat bei einem Finanzexperten suchen, denn jeder Immobilienkauf und jede Finanzierung gestaltet sich anders. Ein fachkundiger Ansprechpartner ist beispielsweise die Hüttig & Rompf AG.

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