Förderung von Wohneigentum, ein viel diskutiertes Thema in Politik und Wirtschaft. Aber muss es immer eine neue Form der Förderung sein? Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sieht in der Senkung der Grunderwerbsteuer ebenfalls eine denkbare Maßnahme. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Diskussion.

Wohnraum in Deutschland ist weiterhin knapp und wird dringend gebraucht. Um die Bereitschaft vor allem von Familien zu fördern, Wohnraum zu erstehen, hatte die Politik bereits erste Gedanken geäußert. So brachte die CDU beispielsweise die Einführung eines neuen Baukindergelds ins Gespräch. Die SPD hingegen entwickelte Ideen zum staatlichen Eigenkapitalzuschuss in stark nachgefragten Regionen.

Einen anderen Weg schlägt jetzt der ZIA vor. Seine Vorstellung: Statt einer neuen Förderung der Eigentumsbildung sollten besser mögliche Hürden beim Immobilienkauf abgebaut werden. Vor allem die Erwerbsnebenkosten hat der ZIA dabei im Blick – ganz speziell die Grunderwerbsteuer. Das geht aus dem Gutachten „Zur Rationalität einer neuen Eigenheimförderung“ hervor, welches das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des ZIA erstellt hat.

ZIA: Senkung der Grunderwerbsteuer günstiger als Eigenheimzulage

In dem Gutachten kritisiert der ZIA, dass die Eigenheimzulagen und Familienförderungen nicht am eigentlichen Problem ansetzen, sondern lediglich die Symptome behandeln. So könnten viele Haushalte keine 20 Prozent des Marktwertes einer Wohnimmobilie aufbringen, um sich ein Eigenheim zu kaufen. Weiter heißt es: Die Eigenheimzulage hätte den Steuerzahler mehr als elf Milliarden Euro jährlich gekostet. Die bundesweite Senkung der Grunderwerbsteuer auf ein einheitliches Niveau wäre nach Einschätzung des ZIA weitaus günstiger. Wie hoch der Anteil der Grunderwerbsteuer ist, zeigt eine Studie des IW Köln aus dem Jahr 2014: 53 Prozent der reinen Ländersteuern (rund neun Milliarden Euro) hätte dieser betragen.

Derzeit liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Nach Angaben des IW Köln sei dies für Käufer problematisch, da Banken aufgrund der erhöhten Kapitalanforderungen im Zuge der stärkeren Reglementierung der Kreditvergabe die Nebenkosten nicht mehr finanzieren würden. Dazu kämen die konservativen Eigenkapitalanforderungen.

Erwerbsnebenkosten im internationalen Vergleich

Dass die Erwerbsnebenkosten aktuell auf einem hohen Niveau sind, verdeutlicht der ZIA mit einem internationalen Vergleich: Demnach liegen nur in Belgien (15,2 Prozent) die durchschnittlichen Erwerbskosten höher als in Deutschland (12,7 Prozent). In Österreich (9,1 Prozent), Frankreich (8,5 Prozent) und den Niederlanden (6,4 Prozent) sind die Kosten niedriger.

Soweit die Idee des ZIA. Verfolgen Sie die kommendenEntwicklungen der Diskussion um die Eigenheimförderung in unserem Newsletter.

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