War es das mit den ganz großen Preissprüngen am deutschen Immobilienmarkt? Zwar werden Büro- und Wohnimmobilien bundesweit weiterhin teurer, doch die Preise steigen langsamer. Wir blicken auf die Entwicklungen der einzelnen Märkte.

Wohn- und Büroimmobilien werden zunehmend teurer. Ein Trend, der wohl noch eine Weile anhält. Dennoch gibt es gute Nachrichten für Investoren: Denn das Tempo, in dem die Preise steigen, hat in letzter Zeit nachgelassen. Das belegen Zahlen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Wie diese konkret aussehen und wie sich der deutsche Immobilienmarkt im internationalen Vergleich schlägt – wir haben die Details.

Preise im Wohn- und Gewerbesektor steigen langsamer

Wichtiger Anhaltspunkt für die Veränderungen: der VDP-Immobilienpreisindex. Auf Basis echter Transaktionszahlen veröffentlicht der VDP vierteljährlich Preisindizes, welche zeigen, wie sich Wohn- und Gewerbeimmobilienmärkte entwickeln. Und hier wird deutlich: In den letzten Monaten sind die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr immer weniger angestiegen.

Im ersten Quartal 2018 legte der Index für den gesamtdeutschen Immobilienmarkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent zu, im zweiten Quartal stieg er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,3 Prozent – und im dritten Quartal sogar nur 7,3 Prozent. Insgesamt flachte der Anstieg im Laufe des Jahres also immer weiter ab.

Auch auf den beiden Teilmärkten Wohnen und Gewerbe sieht es ähnlich aus: Bei beiden nahm der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stetig ab. Beim Wohnsektor sank der Index von 9,2 Prozent im ersten Quartal 2018 auf 7,4 Prozent im dritten Quartal. Beim Gewerbesektor ging der Anstieg von 7,4 Prozent auf 6,8 Prozent zurück.

Betrachtet man nur die Wohnmärkte der Top-7-Städte, sieht die Entwicklung ähnlich aus: Der VDP-Index stieg im ersten Quartal 2018 um 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im dritten Quartal waren es nur noch 8,8 Prozent. Der Anstieg fiel also auch hier geringer aus.

Von einer Trendwende bei den Immobilienpreisen könne man dennoch nicht sprechen, heißt es vom VDP. Hier erwartet man nach wie vor keine harte Korrektur am deutschen Wohnungsmarkt.

Deutschland bei Preisanstiegen europaweit an der Spitze

Wie groß die Preisanstiege bei Wohnungen noch im letzten Jahr waren, zeigten vor Kurzem die Wirtschaftsexperten von Deloitte. Im Vergleich zu 2016 kletterten 2017 die Preise in Deutschland um durchschnittlich 9,6 Prozent – europäischer Rekord.

In keinem anderen der 14 untersuchten Länder (darunter England, Polen und Italien) konnte Deloitte einen höheren Wert im sogenannten „Property Index“ ermitteln. Dennoch seien Eigentumswohnungen in Deutschland noch immer verhältnismäßig erschwinglich, so die Wirtschaftsexperten. Entscheidend dabei sei unter anderem das durchschnittliche Einkommen. Und das war im Verhältnis zum Kaufpreis vergleichsweise hoch. So mussten im vergangenen Jahr in Deutschland für eine 70-Quadratmeter-Wohnung fünf Bruttojahreseinkommen gezahlt werden. Zum Vergleich: In Frankreich waren es acht und in England fast zehn.

Noch kommt Deutschland im europäischen Vergleich also gut weg. Ob es in den nächsten Jahren mit anderen europäischen Ländern gleichauf zieht? Es bleibt spannend. Wir halten Sie über die Entwicklungen des deutschen Immobilienmarktes auf dem Laufenden.

 

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