Ein Kredit für den Hausbau oder ein Zuschuss für die neue Heizungsanlage: Mit Fördermitteln lässt sich bei der Immobilienfinanzierung jede Menge sparen. Bund, Länder, Städte und Gemeinden greifen Immobilienbesitzern bei den unterschiedlichsten Projekten unter die Arme. Lesen Sie hier, von welchen Fördermitteln Ihre Kunden profitieren können.

Dieselbe Immobilie – nur günstiger? Klingt wie Wunschdenken, ist mit den richtigen Fördermitteln aber realisierbar. Denn es existieren viele Zusatzkredite und spezielle Zuschüsse für Immobilienbesitzer (und jene, die es werden wollen). Erfahren Sie hier alles über manches ungeahnte Einsparpotenzial.

Mit der KfW zinsgünstig ins Eigenheim

Bekannt und begehrt: Zu den am meisten genutzten Fördermitteln zählen die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). So konnte die Hüttig & Rompf AG in den letzten Jahren KfW-Darlehen mit einem Gesamtwert von mehreren 100 Millionen Euro vermitteln. Dabei waren die Programme 124 und 153 besonders gefragt, wie die Marktreports zeigen.

Das KfW-Programm 124 fördert den Kauf oder Bau eines Eigenheims. Mit einem Kredit von bis zu 50.000 Euro werden angehende Immobilienbesitzer unterstützt. Bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit gibt es im KfW-Programm 153. Dieser zinsgünstige Kredit gilt für den Kauf oder Bau eines KfW-Effizienzhauses bzw. einer entsprechenden Eigentumswohnung. Weiterer Vorteil bei diesem Programm: ein integrierter Tilgungszuschuss. Damit können Immobilienbesitzer zusätzlich Geld sparen. Der Wert des Zuschusses richtet sich nach der Klasse des KfW-Effizienzhauses. Hier gilt: je höher, desto besser. Bis zu 15.000 Euro sind als Zuschuss möglich. Eine weitere Förderung ist das Programm 134. Privatpersonen, die Genossenschaftsanteile für selbstgenutzten Wohnraum erwerben wollen, profitieren hier von einem Kredit mit bis zu 50.000 Euro.

Unterstützung für energetische Sanierungen

Die KfW fördert nicht nur den Immobilienkauf und –bau. Auch beim energieeffizienten Sanieren gibt es Unterstützung. Dafür kommen gleich zwei Kredit- und drei Zuschussprogramme in Frage. Mit dem Kreditprogramm 151/152 unterstützt die Förderbank eine komplette Sanierung hin zum KfW-Effizienzhaus mit bis zu 100.000 Euro bzw. einzelne energetische Maßnahmen mit bis zu 50.000 Euro. Hier ist je nach KfW-Effizienzhaus-Klasse ebenfalls ein Tilgungszuschuss möglich. Das zweite Kreditprogramm (Programm 167) wird beim Umstellen der Heizung auf erneuerbare Energien wirksam. Bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit stellt die KfW dafür bereit.

Planen private Immobilienbesitzer nur kleine Umbauten wie neue Fenster oder Haustüren, können sie sich einen Zuschuss bis zu 30.000 Euro sichern. So sieht es das Förderprogramm 430 vor. Das Geld kann zum Sanieren genutzt oder mit dem Kaufpreis der sanierten Immobilie verrechnet werden. Vorausgesetzt, die Sanierungskosten sind nachvollziehbar (zum Beispiel anhand des Kaufvertrags).

Lassen sich Eigentümer zu den energetischen Sanierungsmaßnahmen eine Fachplanung erstellen und von einem Fachmann begleiten, greift ein weiterer Zuschuss: das Programm 431. Dabei übernimmt die KfW die Hälfte der Kosten (maximal 4.000 Euro). Wer dagegen Brennstoffzellensysteme einbauen will, findet ebenfalls den passenden Zuschuss. Bis zu 28.200 Euro je Brennstoffzelle gibt es aus dem Programm 433

Änderungen der KfW-Programme 153 und 151/152

Ab dem 17. April 2018 ändert sich einiges bei den Förderungen für das energieeffiziente Bauen und Sanieren. Wer nämlich ab diesem Stichtag das Programm 151/152 (Energieeffizient sanieren) oder Programm 153 (Energieeffizient Bauen) beantragt, profitiert von weniger Vorzügen als bisher. So wird bei beiden Förderungen die Möglichkeit einer kostenlosen Sondertilgung ersatzlos gestrichen. Kreditnehmer können dann nur noch den Kredit auf einmal komplett zurückzahlen. Dafür wird aber zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Bei den Programmen 153 und 151/152 wird ab Mitte April außerdem die bereitstellungszinsfreie Zeit von zwölf auf sechs Monate halbiert. Für das energieeffiziente Bauen (153) entfällt zudem die Wahl zwischen einer zehn- und einer 20-jährigen Zinsbindung. Ab dem 17. April sind nur noch zehn Jahre möglich. Tipp: Alle bis 16.04.2018 bei der KfW eingehenden Anträge werden noch nach den „alten“ Regelungen bearbeitet. Schnelles Handeln kann sich hier also auszahlen – im wahrsten Sinne des Wortes.

KfW-Förderung bei Nutzung erneuerbarer Energien

Eigentümer, die erneuerbare Energien nutzen oder nutzen wollen, unterstützt die KfW ebenso. Mit dem Programm 270 fördert sie unter anderem den Bau, den Ausbau und den Kauf entsprechender Anlagen. Wie genau? Durch einen zinsgünstigen Kredit. Diesen gibt es auch beim KfW-Programm 275. Gekoppelt mit einem integrierten Tilgungszuschuss werden so stationäre Batteriespeichersysteme mit Photovoltaik-Anlagen für Immobilienbesitzer attraktiver.

Sicher Wohnen in jedem Alter

Der letzte Bereich, den die KfW bei Immobilien fördert, betrifft den Wohnkomfort und den Einbruchschutz. Mit dem Programm 159 gewährt sie einen Kredit von bis zu 50.000 Euro je Wohnung. Damit soll die Immobilie altersgerecht und einbruchsicher werden. Der Kredit kann aber auch beim Kauf von barrierearmem, modernisiertem Wohnraum genutzt werden. Allerdings nur, wenn die Kosten der Umbaumaßnahmen im Kaufvertrag gesondert ausgewiesen sind. Ähnliches gilt für das Programm 455-B, das einen Zuschuss von bis zu 6.250 Euro je Wohnung bereithält. Im Fokus steht hier die Barrierereduzierung. Schließlich bietet die KfW noch das Programm 455-E an. Wie das Programm 159 unterstützt es den Einbruchschutz in Bestandsobjekten. Immobilienbesitzer erhalten hier jedoch keinen Kredit, sondern Zuschüsse von bis zu 1.600 Euro.

BAFA-Fördermittel für grünes Heizen

Wie die KfW fördert auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bundesweit Immobilienprojekte. Allerdings legt es den Fokus ausschließlich auf erneuerbare Energien. Eigentümer, die beispielsweise in eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe investieren wollen, sind hier genau richtig. So hält das BAFA attraktive Investitionszuschüsse von bis zu 8.000 Euro für Biomasseanlagen oder bis zu 20.000 Euro für Solarthermieanlagen bereit.

Regionale Förderung durch Bundesländer, Städte und Gemeinden

Fördermittel auf Landesebene: So unterstützen Bundesländer den Schritt ins Eigenheim. Meist bieten die Bau-, Umwelt-, Wirtschafts- oder Finanzministerien Mittel über Landesförderinstitute an. In Niedersachsen gehört beispielsweise die NBank dazu. Bei ihr können künftige Immobilienbesitzer für den Bau eine Bürgschaft von mindestens 5.000 Euro erhalten. Außerdem möglich: ein zinsgünstiges Darlehen für Maßnahmen zur altersgerechten Modernisierung.

Fördermittel sind auch für Städte und Kommunen interessant. Denn damit können sie Anreize für einen Zuzug in die Region schaffen. Vor allem Familien stehen dabei häufig im Mittelpunkt. Sie werden beim Bau mit Vergünstigungen, Zuschüssen oder Darlehen unterstützt. Zum Beispiel in Heidelberg (Baden-Württemberg). Dort vergibt die Stadt einen Zins- oder Eigenkapitalzuschuss.

Mehr Informationen zu Fördermitteln von Bundesländern sowie von Städten und Gemeinden finden Sie bei der „aktion pro eigenheim“.

Staatlich gefördert sparen

Der Staat greift Selbstnutzern, die in eine gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, mit einer Wohn-Riester-Förderung unter die Arme. Dabei wird ein Teil des Einkommens in einen Wohn-Riester-Vertrag eingezahlt, für den der Staat Zulagen und Steuervergünstigungen gewährt. Das angesparte Geld kann später in den Immobilienbau oder -kauf investiert werden. Alternativ kann das Geld außerdem in die Tilgung eines laufenden Immobilienkredits einfließen.

Eine weitere staatliche Unterstützung ist die Wohnungsbauprämie. Hier werden Beiträge an Bausparkassen oder in Sparverträgen gefördert, wenn sie für eine Eigentumsbildung vorgesehen sind. Dazu zählt auch der Kauf von Genossenschaftsanteilen. Allerdings gibt es die Prämie (8,8 Prozent der gezahlten Aufwendungen) nur bei förderfähigen Verträgen, bei denen mindestens 50 Euro jährlich eingezahlt wurden. Sehr häufig ist das bei Bausparverträgen der Fall.

Soziale Wohnraumförderung für Einkommensschwache

Eigentum auch für die, die es sich kaum leisten können. Das ermöglicht das Wohnraumförderungsgesetz. Es hilft insbesondere Familien, anderen Haushalten mit Kindern und behinderten Menschen bei der Eigentumsbildung und der Modernisierung. Dafür stehen Darlehen, Zuschüsse und günstiges Bauland bereit – selbst eine Bürgschaft ist möglich.

Kompetente Beratung bei Fördermitteln

Fördermittel können Eigentümer, Bauherren und Käufer in ganz verschiedenen Bereichen finanziell entlasten. Allerdings sind fast immer auch spezielle Bedingungen zu erfüllen, zum Beispiel ein rechtzeitiger Antrag. Ein komplexes Gebiet also, bei dem sich bares Geld sparen lässt. Hier kann ein Experte für Baufinanzierungen eine große Hilfe sein. Er kennt die Voraussetzungen im Detail und weiß, welche Fördermittel sich kombinieren lassen. So können Förderungen optimal genutzt werden.

Sie suchen für Ihren Kunden einen passenden Baufinanzierungsberater in der Nähe? Dann wenden Sie sich gerne an Ihre Partnerbetreuerin oder stellen Sie gemeinsam mit dem Kunden eine unverbindliche Anfrage. Wir freuen uns darauf.

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