Der Start in die Rente steht bevor, der Immobilienkredit läuft allerdings noch? Prinzipiell kein Grund zur Sorge: Mit der richtigen Finanzierung wird die Immobilie auch im Alter nicht zur Belastung. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Bis zum Eintritt in die Rente schuldenfrei: Das ist oft das Ziel, wenn Immobilienbesitzer einen Kredit für ihr Eigenheim aufnehmen. Doch anscheinend ist jeder Vierte im Alter noch nicht schuldenfrei. Das hat nun eine Studie der Deutschen Leibrenten AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität Köln herausgefunden.

Ganz und gar schuldenfrei? Das muss aber nicht einmal sein. Denn im Rentenalter einen Immobilienkredit abzubezahlen, ist nicht automatisch ein Problem. Wir erklären Ihnen, wie eine solide Finanzierung im Alter funktioniert.

Monatliche Rate statt Mietzahlung

Vielleicht wissen Sie schon beim Unterschreiben des Kreditvertrags, dass Sie auch im Rentenalter noch Raten an die Bank zahlen werden. Oder Ihre Finanzierung hat sich durch eine veränderte Lebenssituation außerplanmäßig bis in die Zeit nach dem Arbeitsleben verschoben. Was auch immer der Grund ist: Eine geringe Restschuld mit einer niedrigen monatlichen Rate ist auch dann akzeptabel, wenn Sie bereits Ihre Rente beziehen. Wer keine eigene Immobilie besitzt, muss im Alter schließlich auch monatliche Zahlungen leisten – und zwar für die Miete.

Zu Beginn eine hohe Tilgung wählen

Sie möchten mit möglichst wenig Restschuld oder sogar völlig schuldenfrei in die Rente starten? Dann sollten Sie schon zu Beginn der Finanzierung entsprechende Vorkehrungen treffen. Zum Beispiel, indem Sie eine passende Tilgungsrate wählen. Der Zeitpunkt der Schuldenfreiheit hängt nämlich auch von der Höhe der Tilgung ab. Besonders in Zeiten niedriger Zinsen sollte auf eine hohe Tilgungsrate gesetzt werden. So lässt sich der Kredit schneller abbezahlen. Wer zum Beispiel innerhalb von 20 Jahren schuldenfrei werden möchte, sollte bei einem Sollzinssatz von 2 Prozent eine anfängliche Tilgung von etwas über vier Prozent wählen.

Grundsätzlich ist es auch praktisch, vor dem Rentenbeginn mehr zu tilgen. Das hält die Restschuld niedrig und minimiert damit das Zinsänderungsrisiko am Ende der Zinsbindung. In vielen Fällen ist der Verdienst in den letzten zehn Jahre vor der Rente besonders hoch. Wer sich für eine Finanzierung mit flexiblen Raten entscheidet, kann in dieser Lebensphase die monatlichen Zahlungen erhöhen. Bei einer Baufinanzierung, die bis ins Rentenalter läuft, gilt ohnehin: Je flexibler, desto besser. Das ist vor allem wichtig, wenn das Ende des Arbeitslebens bevorsteht. Dann sollte es möglich sein, die Raten entsprechend an die Rente anzupassen.

Flexibilität durch Sondertilgungen

Eine andere gute Möglichkeit, um die Rückzahlung des Kredits der Lebenssituation anzupassen, sind Sondertilgungen. So haben Sie immer, wenn Ihnen größere Beträge zur Verfügung stehen, die Möglichkeit, Ihre Restschuld zu reduzieren. So zum Beispiel, wenn eine Kapitallebensversicherung ausgezahlt wird oder zu Rentenbeginn Einmalzahlungen aus einer privaten oder betrieblichen Rentenversicherung fällig werden. Oder vielleicht steht auch eine Erbschaft an, die unerwarteten Geldsegen bringt? Durch die Option auf Sondertilgung können Sie diese Beträge direkt in Ihre Finanzierung fließen lassen und werden so schneller schuldenfrei. Deshalb sollten Sie unbedingt Sondertilgungen im Kreditvertrag vereinbaren.

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