Jörg Weisenberger

Worauf muss ich bei der Energie­ein­spar­ver­ordnung achten?

Wie neue Wohn- und Gewerbegebäude hinsichtlich ihrer Energieeffizienz und Wärmeerzeugung ausgestattet sein müssen, ist in drei gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, die sich gegenseitig ergänzen und zukünftig zum Gebäudeenergiegesetz zusammengefasst werden sollen. Es handelt sich um das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und die Energieeinsparverordnung (EnEV).

Deutschland will CO2-Ziele erreichen
Die EnEV trägt dazu bei, dass die Bundesrepublik durch geringeren Primärenergieverbrauch und dadurch einer Verringerung von CO2-Emissionen ihre Klimaschutzziele einhält. Zudem kann so die Abhängigkeit von Energieimporten verringert werden. Während sich erneuerbare Energien im Stromsektor etablieren konnten, sind bei der Wärmeenergie bisher unzureichende Ergebnisse erzielt worden. Die meisten Gebäude sind in Relation zum Stand der Technik kaum energieeffizient, was einen unnötig hohen Verbrauch an Gas, Heizöl oder Nachtspeicherstrom nach sich zieht. Mit der EnEV soll der Gebäudebestand modernisiert werden und neue Gebäude sollen einen möglichst geringen Energieverbrauch aufweisen. Im Jahre 2050 sollen alle Gebäude „nahezu klimaneutral“ sein, während sie heute noch für etwa ein Drittel des CO2-Ausstoßes Deutschlands verantwortlich sind.

Was regelt die EnEV?
Ab dem Jahr 2021 soll in ganz Europa der Standard des „Niedrigstenergiegebäudes“ gelten. Die EnEV ist demnach von den Anforderungen her noch ausbaufähig und kann nur als ein Schritt des Weges hin zu Passivhäusern sein, die gar keine Wärmeenergiezufuhr mehr benötigen bzw. diese ausschließlich regenerativ selbst erzeugen.

Geregelt sind in der Energieeinsparverordnung u. a. folgende Aspekte:

  • Höchstwerte des Jahres-Primärenergiebedarfs
  • Höchstwerte des spezifischen Transmissionswärmeverlustes
  • Nachweis sommerlichen Wärmeschutzes
  • Pflicht der Erstellung eines Energieausweises
  • Anforderungen an die Wärmedämmung
  • Pflicht zur Dachdämmung
  • bestimmte Anforderungen an Klimaanlagen

 

Was bedeutet die EnEV für Bauherren?
Bei der Planung eines Neubauobjekts müssen die Grenzwerte der EnEV zwingend berücksichtigt werden. Das bedeutet beispielsweise, Wärmebrücken zu vermeiden, hochwertige Isolationsfenster einzubauen, möglichst erneuerbare Energien wie etwa Erdwärme oder eine Solaranlage als Energieträger zu nutzen und dicke, speziell isolierte Außenwände zu errichten. Da all diese Maßnahmen eine insgesamt höhere Investition darstellen als vergleichbare Häuser vor 20 Jahren, wirken sie sich auch auf die Gesamtfinanzierung aus. Dazu berät Sie Hüttig & Rompf gerne persönlich und ausführlich.
Wie dieVerbraucherzentrale schreibt, ist es sinnvoll, bei Neubauten die gesetzlichen Mindestanforderungen der EnEV zu übertreffen, um nicht wenige Jahre nach Fertigstellung des Objekts die künftig weiter anziehenden Effizienzstandards gleich wieder zu unterschreiten. Zudem lohnt sich, auch dank staatlicher Förderung der KfW (124,153) und des BAFAs, fast jeder Mehraufwand bei absehbar steigenden Energiepreisen. Denn Förderungen werden vor allem vergeben, wenn die Effizienzklasse des Neubaus die gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung übertrifft.

Energieeffizienzklassen des Energieausweises
Der verpflichtend zu führende Energieausweis in Form eines Bedarfs- oder Verbrauchsausweises, teilt Gebäuden die Energieeffizienzklassen A+ bis H zu. Ziel des Bauherrn sollte es sein, sofern die Umstände es zulassen, die Klasse A+ zu erreichen, um zukunftssichere und sparsame Werte zu schaffen. Sie entspricht einem Endenergieeinsatz von 0 bis 30 kwH pro Quadratmeter im Jahr und damit einem Passivhaus oder einem KfW-40+-Haus. Energieeffizienzklasse A (unter 50 kWh/m²a) entspricht mindestens den Anforderungen der EnEV 2016. Zum Vergleich: Durchschnittlich verbrauchen Wohngebäude in Deutschland etwa 160 kwH/m² im Jahr (Klasse E).