Was wird bei einer Baufi­nan­zierung nicht finan­ziert?

Eine Baufinanzierung ist ein zweckgebundenes Darlehen, das nicht zur freien Verfügung des Darlehensnehmers steht. Dafür gibt es gute Gründe. Die Konditionen einer solchen Finanzierung sind erheblich günstiger als die eines frei verfügbaren Konsumentenkredits, weil mit dem Darlehen Werte geschaffen werden, die der Bank als Sicherheit dienen.

Es dürfte daher selbstverständlich sein, dass eine völlige Zweckentfremdung wie der Kauf eines Autos oder die Finanzierung eines Urlaubs nicht infrage kommt. Die Bank verlangt Nachweise über die Verwendung der Mittel. Oft wird ein Baudarlehen auch erst nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen anteilig ausgezahlt. Wer versucht, das Zweckentfremdungsverbot trickreich zu umgehen, muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen.

Die Einrichtung wird nicht finanziert

Zum neuen Haus gehört meist auch eine neue Einrichtung. Insbesondere beim Umzug aus einer Mietwohnung ins eigene Haus muss nicht selten nahezu die gesamte Einrichtung neu angeschafft werden. Die neue Küche oder das neue Schlafzimmer können aber nicht über die Baufinanzierung bezahlt werden. Als Faustregel kann hier gelten, dass über eine Immobilienfinanzierung tatsächlich nur finanziert wird, was wirklich immobil ist, also untrennbar zum Gebäude gehört. Die elektrischen und sanitären Installationen gehören dazu, aber die angeschlossenen Geräte nicht.

Gartenhäuser und Garagen

Wenn direkt beim Neubau auch eine Garage oder ein Gartenhaus gebaut wird, kann dies durchaus Bestandteil der Finanzierung des Neubaus sein. Anders sieht es aus, wenn solche Zusatzbauten nachträglich errichtet werden. Eine Immobilienfinanzierung setzt ein Mindestvolumen voraus, das bei den meisten Banken etwa 50.000 Euro beträgt. Garagen oder Gartenhäuser sind daher zu kleine Bauvorhaben, um mit diesem Instrument finanziert zu werden.

Die Baunebenkosten

Beim Hausbau fallen etwa 15 Prozent Nebenkosten an, die sich auf Steuern, Notarkosten, Grundbuchkosten und weitere Posten verteilen. Es ist grundsätzlich möglich, auch diese Kosten zu finanzieren, aber nicht in jedem Fall. Üblich ist eine Finanzierung von 80 Prozent des Immobilienwerts, der Rest sowie die Nebenkosten sollten als Eigenkapital vorhanden sein. Bei sehr guter Bonität bieten Banken heute aber auch 100 Prozent Finanzierungen oder sogar 120 Prozent Finanzierungen an. Letztere decken auch alle Nebenkosten ab und ermöglichen so den Hausbau ohne jegliches Eigenkapital. Die monatliche Belastung steigt in diesem Fall aber sehr stark an, weil neben der höheren Kreditsumme auch ein Risikoaufschlag auf die Zinsen fällig wird. Eine Vollfinanzierung inklusive der Nebenkosten sollten Sie daher nur nach intensiver Beratung durch Experten in Betracht ziehen.

Photovoltaik und Co

Regenerative Energien sind im Neubausegment sehr verbreitet. Beliebt sind neben der Photovoltaikanlage auch die Solarthermie, Wärmepumpen oder Pelletheizungen. All das kann auch finanziert werden, ist aber nicht Bestandteil der Baufinanzierung. Stattdessen können neben zahlreichen regionalen Förderprogrammen der Bundesländer auch die Programme der KfW in Anspruch genommen werden.