Gibt es eine staat­liche Baufi­nan­zierung?

Nein. Eine direkte Baufinanzierung durch den Staat gibt es nicht. Es gibt aber viele staatliche Förderprogramme mit dem Ziel, die private Finanzierung eines Bauvorhabens zu erleichtern: vergünstigte Darlehen, Zuschüsse und andere Maßnahmen. Insbesondere Familien profitieren davon.

 

Um sich eine Baufinanzierung vom Staat fördern zu lassen, gibt es zum Beispiel die Eigenheimrente (auch als Wohn-Riester bekannt). Diese Förderung lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern. Für die Einzahlung in den Wohn-Riester-Vertrag gibt es Zuschüsse vom Staat und die Möglichkeit, diese Aufwendungen von der Steuer abzusetzen. Ein doppelter Vorteil. Voraussetzung ist, dass das Geld für eine Immobilie eingesetzt wird. Dies kann auch in Form eines Bausparvertrags geschehen.

Mit dem neuen Wohnraumförderungsgesetz will der Staat speziell einkommensschwache Familien fördern. Wichtig ist, dass es hier sehr niedrige Einkommensgrenzen gibt. Wer unter diese Grenzen fällt, kann jedoch von zinsgünstigen Darlehen, staatlich finanzierten Zuschüssen und günstigem Bauland profitieren.

Ebenfalls neu ist das Baukindergeld. Im besten Fall bezuschusst der Staat den Hausbau mit 12.000 Euro pro Kind – über einen Zeitraum von zehn Jahren. Für das Baukindergeld sind die Einkommensgrenzen relativ hoch. Auch Gutverdienende profitieren davon. Wichtig ist hier eine rechtzeitige Beantragung – dann gibt es den staatlichen Zuschuss oft auch noch rückwirkend.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet allen Häuslebauern Unterstützung für die verschiedensten Projekte: Baufinanzierung, Immobilienerwerb, Renovierung, energetische Erneuerung, behindertengerechter Umbau und vieles mehr. Die Förderung erfolgt meist in Form zinsgünstiger Darlehen. Gerade für energieeffiziente Neu- und Umbauten sowie die regenerative Energieversorgung sind die Vergünstigungen besonders attraktiv. Und diese werden in Zukunft wahrscheinlich noch umfangreicher werden, damit der Staat seine selbst gesetzten Klimaziele einhält.

Zurzeit liegt der Förderungshöchstsatz bei 100.000 Euro pro Wohneinheit. Die staatlich subventionierten Kreditprogramme sind nicht nur wegen der niedrigen Zinsen beliebt. Es gibt noch weitere Pluspunkte: So können für die Rückzahlung der Kredite bis zu 30 Jahre in Anspruch genommen werden. Dazu kommen maximal fünf Jahre Tilgungsfreiheit und zehn Jahre Zinsbindung. Wichtig: Diese Fördermittel werden nicht direkt bei der KfW, sondern bei der jeweiligen Hausbank beantragt, die die Anfrage an die KfW weiterleitet und den Kredit ausbezahlt. Bei den Banken sind KfW-Kredite unter anderem auch deshalb so beliebt, weil die KfW einen Großteil des Ausfallrisikos übernimmt.

Neben diesen Programmen sind zahlreiche Fördermittel auf Länder- oder Kommunenebene verfügbar. Es gibt also viele Wege, um sich den Bau eines Eigenheims oder den Erwerb einer Wohnimmobile staatlich fördern zu lassen.

Fazit
Wer nach günstigen Finanzierungsmöglichkeiten für ein Eigenheim sucht, kann sich nicht direkt an die staatlichen Institutionen wenden. Allerdings stellen staatliche Programme viele Vergünstigungen bereit, von denen man indirekt über preiswerte Darlehen oder das Baukindergeld profitieren kann. Um die individuell passenden Mittel auszuwählen, empfiehlt sich eine persönliche Beratung. So bekommt man als Interessent einen detaillierten Überblick direkt vom Experten. Dadurch vermeidet man Fehler und spart viel Geld.