Philipp Burk

Baukin­dergeld – die beliebte Förderung für Familien

Die gute Nachricht vorweg: Das Baukindergeld kann immer noch beantragt werden! Wer also denkt, dass diese Förderform nicht mehr aktuell sei, verschenkt unter Umständen viel Geld. Seit seiner Einführung 2018 war das Baukindergeld nicht unumstritten. Während die Bundesregierung insbesondere einkommensschwächeren Familien und Alleinerziehenden den Weg ins Eigenheim erleichtern wollte, sahen Kritiker in der Förderung die Gefahr, dass sie die Immobilienpreise zusätzlich anheizen würde. Rückblickend überwiegen die positiven Effekte – das Baukindergeld erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Wer hat Anspruch auf das Baukindergeld?
Anspruch auf das Baukindergeld haben Familien und Alleinerziehende, die zum ersten Mal ein Haus bauen bzw. zum ersten Mal ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen und die Immobilie anschließend selbst nutzen. Zum Haushalt muss mindestens ein minderjähriges Kind gehören.

 

Gibt es Einkommensgrenzen für das Baukindergeld?
Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen darf mit einem Kind maximal 90.000 Euro betragen – diese Grenze erhöht sich um jeweils 15.000 Euro für jedes weitere Kind unter 18 Jahren. Maßgeblich sind hierbei die durchschnittlichen Einkünfte des zweiten und dritten Kalenderjahres vor der Antragstellung. Bei einer Antragstellung im Jahr 2021 sind demnach die Einkommensbescheide für 2018 und 2019 einzureichen. Der Antragsteller muss darüber hinaus Kindergeld beziehen bzw. den Kinderfreibetrag erhalten und das Kind muss mit in der Immobilie wohnen.

 

Wie hoch ist das Baukindergeld?
Die Förderung beträgt 1.200 Euro pro Kind und Jahr für eine Dauer von zehn Jahren. Pro Kind, das zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 18 Jahre ist und für das die Kindergeldberechtigung vorliegt, werden somit insgesamt 12.000 Euro Zuschuss gewährt. Einen Sonderfall bildet der Freistaat Bayern: Hier wird das Baukindergeld vom Land um weitere 300 Euro pro Kind und Jahr erhöht – das bayerische Baukindergeld Plus beträgt somit pro Kind 15.000 Euro. Generell gilt: Es spielt keine Rolle, wenn ein Kind innerhalb der zehnjährigen Förderung volljährig wird. Entscheidend ist das Alter bei der Antragstellung.

 

Welche Fristen gelten für das Baukindergeld?

  • Das Baukindergeld gilt rückwirkend zum 1. Januar 2018. Dies ist der früheste förderfähige Termin für einen Kauf (es gilt das Datum des notariellen Kaufvertrags) oder Neubau (es gilt der Tag der Baugenehmigung-Erteilung).
  • Letzter förderfähiger Tag war der 31. März 2021. Bis dahin musste spätestens der Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erteilt worden sein. Die Frist sollte ursprünglich bis Ende 2020 laufen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verlängert.
  • Der Antrag für das Baukindergeld muss spätestens sechs Monate nach dem Einzug gestellt werden. Hierfür ist die amtliche Meldebestätigung vorzulegen.
  • Der 31. Dezember 2023 ist der letztmögliche Tag für eine Antragstellung für das Baukindergeld. Danach werden keine Anträge mehr angenommen.
  • Übrigens: Für das Baukindergeld werden zwar jährlich finanzielle Mittel vom Bund zur Verfügung gestellt, die jedoch nach dem Windhund-Prinzip verteilt werden. Ist der Fördertopf leer, besteht kein Anspruch auf eine Förderung.

 

Wo kann das Baukindergeld beantragt werden?
Die Förderung kann ausschließlich online über das KfW-Zuschussportal beantragt werden. Auch die Auszahlung in zehn jährlichen Raten erfolgt über die KfW Bank.