Baufi­nan­zierung trotz negativer Schufa des Ehepartners?

Ein schlechter Schufa- Score und negative Einträge erschweren die Immobilienfinanzierung ganz erheblich, auch wenn das nur für einen der beiden Ehepartner zutrifft. Jedoch gibt es auch in solchen Fällen Finanzierungsmöglichkeiten.

Baufinanzierungen bei schlechter Schufa

Nicht alle Häuslebauer haben eine „weiße Schufaweste“. Manche haben nicht bezahlte Schulden und eine entsprechend schlechte Bonität. Das bedeutet: Die Betroffenen bekommen Probleme bei der Kreditaufnahme, auch wenn sie Kredit bedienen könnten.

Was passiert bei negativem Schufaeintrag?

Wer Schufaeinträge hat, findet oft nur schwer eine Bank, die ihm bei der Baufinanzierung hilft. Und eine schlechte Schufabewertung gibt es sehr schnell. Es reicht schon aus, wenn Handyrechnungen nicht bezahlt sind. Oft kommt es sogar dann zu Einträgen, wenn die Rechnung streitig ist und eine Rechtmäßigkeit weder außergerichtlich noch gerichtlich geklärt wurde. Und selbst drei Jahre nach Zahlung bleiben die Einträge bestehen. Bessere Karten hat derjenige, dessen negativer Schufaeintrag fehlerhaft ist. Achten Sie daher darauf, jedes Jahr Ihre Einträge zu prüfen. Fehler kommen nämlich immer wieder vor, sei es, dass falsche Meldungen ungeprüft übernommen werden oder Einträge nicht gelöscht wurden. Wenn die Fehler korrigiert werden, ist die Chance größer, eine normale Finanzierung zu erhalten.

Finanzierungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Um auch bei nicht ganz positiver Bonität einen Kredit zu bekommen, benötigt man einige Voraussetzungen: Der Kreditnehmer muss über ein ausreichend hohes und zuverlässiges Einkommen verfügen. Wichtig ist auch eine wertige Immobilie und ein Minimum an Eigenkapital. Liegt jedoch eine eidesstattliche Versicherung oder Verbraucherinsolvenz vor, ist eine Finanzierung ausgeschlossen.

Oft bieten ausländische Banken eine Finanzierung an. Das liegt daran, dass Schufaeinträge in anderen Ländern eine viel geringere Bedeutung haben als bei uns. Doch auch wenn andere Bedingungen für Kredite herrschen, sollten Kreditinteressenten Anbieter aus dem Euroraum wählen. Sonst handeln sie sich ein Fremdwährungsrisiko ein, das den Kredit massiv verteuern könnte.

In jedem Fall ist bei Sonderkrediten mit einer Verteuerung zu rechnen, weil die Bauzinsen höher liegen als es in Deutschland üblich ist. Es sind Zinsaufschläge von bis zu drei Prozent möglich. Baukredite lohnen sich daher nur, wenn die Finanzierung kurzfristig erfolgen muss oder nur ein kleiner Kredit benötigt wird. In solchen Fällen fallen die hohen Zinsen weniger ins Gewicht. Wenn die Zinsbindung abgelaufen ist und keine negativen Schufaeinträge vorliegen, kann wieder auf eine normale Anschlussfinanzierung zugegriffen werden. Wer mehr Zeit hat, sollte die Schufaeinträge einfach aussitzen. Möglich ist unter Umständen auch die Kreditaufnahme ohne Ehepartner. Auch diese Variante kann Auswirkungen auf den Kreditrahmen und die Verzinsung haben. Empfehlenswert sind Sicherheiten, die die ausfallende Mithaftung des Ehepartners ausgleichen.

Fazit

Sonderkredite sollten gut überlegt sein. Zu empfehlen sind sie nur in einer Sondersituation, wie etwa negative Schufaeinträge. Zu achten ist unbedingt auf die Seriosität des Anbieters. Viele Angebote sind überteuert, nicht zuletzt durch horrende Bearbeitungskosten.