Zu alt für die Baufi­nan­zierung?

Bis zur Rente sollte das eigene Zuhause abbezahlt sein – so lautet die allgemeine Faustformel. Die gilt zwar nach wie vor, doch sie hat auch Ausnahmen. Denn es ist nicht unmöglich, selbst im fortgeschrittenen Alter noch sein Traumhaus zu finanzieren. Wer die passenden Voraussetzungen mitbringt, hat bei vielen Banken gute Karten. Wir zeigen, worauf es ankommt.

Bei einer Baufinanzierung ist das Alter zwar nicht zu vernachlässigen, aber es gibt wichtigere Faktoren, die Banken bei der Kreditvergabe heranziehen. Dazu zählen eine gute Bonität, ein hohes und langfristig sicheres Einkommen, eine hohe Summe an Eigenkapital, ein Darlehen mit hoher Anfangstilgung sowie eine möglichst lange Zinsbindung, sodass keine Anschlussfinanzierung mit unsicheren Zinsaussichten nötig wird. Zudem könnte das Darlehen mit einer entsprechenden Versicherung abgesichert werden. 

Das Alter hat sogar Vorteile

Kreditkunden im fortgeschrittenen Alter können oftmals mit Trümpfen punkten, die bei den Banken gern gesehen sind. So ist das Gehalt am Ende des Berufslebens im Regelfall weitaus höher als beispielsweise beim Berufseinstieg. Auch hatte man schon weitaus mehr Zeit, um Eigenkapital anzusparen: Wer nur 80 oder gar 60 Prozent der Kaufsumme finanzieren muss und den Rest aus Eigenmitteln bezahlt, rutscht bei den meisten Kreditinstituten in einen günstigeren Zinsbereich. 

Der Vertrag muss zum Alter passen

Besondere Bedeutung kommt der passenden Gestaltung des Finanzierungsvertrags zu. Liegt zum Beispiel der Renteneintritt innerhalb der Rückzahlungszeit, kann die Vereinbarung einer Tilgungssatzwechseloption sinnvoll sein. Damit könnte bei Rentenbeginn die monatliche Kreditrate gesenkt werden. Auch Sondertilgungen sollten von Anfang an vereinbart werden, um ein höheres Maß an Flexibilität zu haben. In jedem Fall sollte auch das Volltilgerdarlehen als gute Option bedacht werden – bei dieser Finanzierung wird der Kredit innerhalb der Zinsbindungsfrist komplett zurückgezahlt, ohne nötige Anschlussfinanzierung.

Stiftung Warentest wollte es wissen

Das unabhängige Testinstitut ermittelte für einen 59-jährigen Modellkunden die Reaktionen der Banken auf eine Finanzierungsanfrage. Der Modellkunde wollte mit 66 Jahren in Rente gehen und nun eine Eigentumswohnung kaufen, für die er eine Baufinanzierung über 250.000 Euro benötigte. Das Echo der Banken war eindeutig: Für keine stellte das Alter des Interessenten ein Problem dar und keine verlangte, dass das Darlehen mit Beginn der Rente abbezahlt sei.

Einige Institute verlangten jedoch den Abschluss einer Risikolebensversicherung oder eine Erbregelung. Die überwiegende Mehrheit gab sich allein mit dem Wert der Immobilie selbst als Sicherheit zufrieden und prüfte natürlich die Bonität des Kunden. Um eine möglichst günstige Finanzierung zu erhalten, war es allerdings auch hier sehr wichtig, möglichst viele Banken zu vergleichen – die Angebote variierten doch sehr stark. Gut, dass die Experten von Hüttig & Rompf mit rund 300 Partnerbanken zusammenarbeiten, um für Sie das beste Angebot zu ermitteln – auch im fortgeschrittenen Alter.

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