| Allgemeines , Baufinanzierung , Immobilienkauf | Britta Fitz

Wie funktio­niert eigentlich das Erbbau­recht?

Wer kein Grundstück kaufen, aber ein Haus besitzen möchte, für den ist das Erbbaurecht oftmals eine gute Lösung. Das Erbbaurecht bezeichnet nämlich das Recht, auf dem Grundstück eines anderen zu bauen. Dafür wird das Eigentum am Grundstück vom Eigentum der darauf befindlichen Immobilie getrennt.

Laufzeit 
Das Grundstück wird dem Erbbaurechtsnehmer für einen definierten Zeitraum überlassen. Der Erbbaurechtsvertrag kann bis zu 99 Jahre laufen und darüber hinaus beliebig oft verlängert werden. Im Fall, dass der Erbbauvertrag ausläuft, geht die Immobilie in das Eigentum des Erbbaurechtsgebers über. Der Erbbaurechtsnehmer erhält dann eine Entschädigung, deren Höhe vom jeweiligen Vertrag abhängt – üblich sind 66 bis 75 Prozent des Immobilienwertes. 

 

Erbzins 
Der Erbbaurechtsnehmer zahlt an den Erbbaurechtsgeber einen monatlichen oder jährlichen Erbzins. Dessen Bemessungsgrundlage ist in den meisten Fällen der Bodenwert –daher liegt der Erbbauzins oft bei 4 bis 6 Prozent des Grundstückwerts. Der Erbzins kann alle drei Jahre angepasst werden, auch Indexverträge mit Inflationsausgleich sind möglich. 

 

Vorteile 
Der größte Vorteil beim Bau oder Kauf eines Hauses auf einem Erbbaugrundstück ist, dass die Finanzierung des Grundstücks entfällt. Aus finanzieller Sicht erhöht sich der Eigenkapitalanteil, den der Bauherr einbringt, und der Finanzierungsbedarf sinkt gleichzeitig. Dadurch verbilligt sich in der Regel auch das Darlehen. Der Erbbaurechtsnehmer hat zudem das Recht, die Immobilie zu vermieten. Darüber hinaus kann das Erbbaurecht verkauft, vererbt oder im Sinne einer Schenkung übertragen werden. Auf der anderen Seite profitieren die Erbbaurechtsgeber, weil sie ihre Grundstücke nicht aus der Hand geben müssen. Das ist gerade für viele Städte und Gemeinden die Motivation, verstärkt auf Erbbaurechte zu setzen. 

 

Nachteile 
Der Erbaurechtsnehmer ist nicht Eigentümer des Grundstücks, das heißt er kann über seine eigene Immobilie nicht frei verfügen – oft wird nämlich vertraglich ein Mitspracherecht festgelegt. Der Erbzins muss zudem über die gesamte Laufzeit des Vertrags gezahlt werden. 

Ob sich der Weg zur eigenen Immobilie über einen Erbbaurechtsvertrag lohnt, muss also gut überlegt und kalkuliert werden. Hierbei beraten Sie die Experten von Hüttig & Rompf gerne. 

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