Neue Regeln für Energie­aus­weise

Am 01. November 2020 trat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es enthält neue Regelungen für Energieausweise von bestehenden Wohngebäuden - beispielsweise die Pflicht, die Höhe der Treibhausgas-Emissionen in den Energieausweis aufzunehmen. Da Energieausweise zehn Jahre gültig sind, betrifft die Regelung in diesem Jahr nur die Hausbesitzer, deren Energieausweis aus dem Jahr 2011 stammt. Doch auch Makler sind von den Anpassungen betroffen, die zum 01. Mai verbindlich werden.

Bei der Beantragung eines Energieausweises können Hauseigentümer meist zwischen einem sogenannten Energieverbrauchsausweis und einem Energiebedarfsausweis wählen. Der Verbrauchsausweis zeigt den tatsächlichen Verbrauch der Heizenergie der letzten drei Jahre auf einer Rot-Grün-Skala an. Der Bedarfsausweis hingegen eine Prognose des Energiebedarfs anhand der technischen Ausstattung, wie zum Beispiel der Heizungsanlage.  

Frank Hettler vom Informationsprogramm „Zukunft Altbau“ in Baden-Württemberg erklärt: „Für Käufer und Mieter von Ein- oder Zweifamilienhäusern ist der Bedarfsausweis teilweise Pflicht, in jedem Fall aber besser geeignet, denn er macht den energetischen Zustand des Gebäudes transparent und weist so auf Kostenfallen hin. Der Verbrauchsausweis zeigt, wie stark die Vornutzer die Heizung aufgedreht haben und damit, wie viel CO2 tatsächlich ausgestoßen wurde.“ Deshalb wird das Verbrauchsprofil eher bei der Bewertung von Mehrfamilienhäusern eingesetzt, weil für die Käufer die Rendite eine stärkere Rolle spielt. 

Neue Pflichten ab 01. Mai dieses Jahres 

So oder so sind Besitzer von bestehenden Wohngebäuden ab dem 01. Mai verpflichtet, die Höhe der Treibhausgas-Emissionen in den Energieausweis aufnehmen zu lassen. Neu ist zudem, dass auch Verbrauchsausweise in Zukunft mit detaillierten Angaben zur energetischen Bewertung des Gebäudes ausgestattet werden müssen. Die Aussteller, in der Regel zertifizierte Energieberater, müssen diese Angaben vor Ort bzw. anhand geeigneter Fotos prüfen. So soll die Qualität der Empfehlungen für Modernisierungen verbessert werden. Verantwortlich für die Bereitstellung der richtigen Angaben sind die Hauseigentümer, der Beleg kann beispielsweise mittels Kauf- oder Wartungsvertrag erfolgen. 

Mit der neuen Regelung steigen zunächst auch die Kosten, weil die Beurteilung der Experten in der Regel vor Ort erfolgen muss. Doch der niedrige dreistellige Betrag ist gut investiert. Denn mit jeder energetischen Modernisierung steigt der Wert der Immobilie: Eine Immobilie im wortwörtlich „grünen Bereich“ spart pro Quadratmeter und Jahr etwa 15 bis 20 Euro an Energiekosten. Bei einem Verkauf ist dies ein Pfund, mit dem Verkäufer wuchern und sich einen Vorteil im Preiswettbewerb verschaffen können. Pfeift die Immobilie, energetisch gesehen, aus dem letzten Loch, werden über kurz oder lang Modernisierungskosten fällig. In diesem Fall empfiehlt es sich, gemeinsam mit dem Experten einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) zu erstellen. Diese Beratung wird in manchen Bundesländern mit bis zu 80% gefördert. 

Makler sollten auf Energieausweise achten 

Auch Makler müssen die Kenndaten beachten, denn die Angabe in Immobilienanzeigen ist verpflichtend. Zu den obligatorischen Angaben zählen das Baujahr des Hauses, die Energieeffizienzklasse, die hauptsächlich zur Erwärmung genutzte Energieform, Energiebedarf- oder -verbrauch und um welche Form des Energieausweises es sich handelt. Ein Verstoß gegen die Veröffentlichungspflicht kann teuer werden: bis zu 15.000 Euro Bußgeld ruft der Gesetzgeber hier auf. Daher sollten Makler von vornherein darauf achten, dass das zu vermakelnde Objekt über einen Ausweis verfügt – zumal die Vorlage spätestens bei der Besichtigung fällig wird. 

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