Der Dschungel der Energie­ef­fi­zienz lichtet sich

Keine Frage: Energieeffizienz im Gebäudesektor ist enorm wichtig. Doch im Dschungel der Gesetze und Förderungen konnte man leicht den Überblick verlieren und sich schon fragen, ob das denn wirklich alles so kompliziert sein muss. Das sieht der Gesetzgeber anscheinend genauso und hat sowohl bei den Gesetzen als auch bei den Förderprogrammen einiges neu und einfacher gestaltet. Hier erfahren Sie mehr.

Das neue GEG – eins ersetzt alle

Seit dem 1. November 2020 sind verschiedene Einzelverordnungen im Gebäudeenergiegesetz GEG zusammengefasst. Das GEG vereint das Energieeinsparungsgesetz EnEG, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz EEWärmeG und die Energieeinsparverordnung EnEV. So wie die Einzelgesetze zuvor legt das GEG fest, welche energetischen Anforderungen beheizte und klimatisierte Gebäude erfüllen müssen. Es gibt also Vorgaben zur Heizungs- und Klimatisierungstechnik, zur Wärmedämmung, zum Hitzeschutz und beim Neubau auch zum Anteil regenerativer Energien. Das neue GEG gilt für alle nach dem 1. November 2020 gestellten Bauanträge und Bauanzeigen sowie für Bauwerke, die keiner Genehmigung bedürfen und deren Bau ab dem 1. November 2020 begonnen wurde. Wer seinen Antrag vor dem 1. November gestellt, aber bis heute noch keine Genehmigung erhalten hat, kann die Begutachtung nach dem GEG beantragen. 

Die neue Bundesförderung – alles unter einem Dach

Die neue BEG-Förderung ist in Bezug auf einzelne energetische Maßnahmen schon seit Beginn von diesem Jahr 2021 an den Start gegangen. Das betrifft die Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen, die, und das ist neu, nicht mehr über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), sondern beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden.

Für den Sommer 2021 ist Stufe 2 geplant, dann wird auch die Kreditförderung für Gebäude und Einzelmaßnahmen umgestellt. Konkret heißt das, das Bauherren ab dem 1. Juli 2021 die Effizienzhaus Sonderkredite in der Bundesförderung energieeffiziente Gebäude für Wohngebäude (BEG WG) finden. Das betrifft die Vollsanierung oder den Neubau von Wohngebäuden.

Mit der BEG spielen beim Bauen und Sanieren zukünftig Nach­haltigkeit, Digitalisierung und erneuerbare Energien eine noch größere Rolle. Maßnahmen in diesen Bereichen werden daher mit einer höheren Förderung belohnt. Die erhält auch, wer für sein Wohn­gebäude einen individuellen Sanierungs­fahrplan erstellen lässt und vollständig umsetzt. Ein weiteres Plus: Es wird leichter, die Förderung zu beantragen. In Zukunft ist nur noch ein einziger Antrag nötig – darin enthalten sind auch die Fach­planung und Baubegleitung.

Was kann bei Wohngebäuden gefördert werden?

Wer ein neues Effizienzhaus baut oder kauft, wird wahlweise mit einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss gefördert. Die jeweilige Höhe richtet sich nach der Klassifizierung des Effizienzhauses. Darüber hinaus kann eine Förderung für die Fach­planung und Baubegleitung sowie eine Nachhaltigkeits­zertifizierung beantragt werden. 

Das gleiche Prinzip gilt auch für alle, die ein Wohngebäude zum Effizienzhaus sanieren oder ein frisch saniertes Effizienz­haus kaufen – hier kann ebenfalls zwischen einem Kredit mit Tilgungszuschuss  oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss gewählt werden. Darüber hinaus können einzelne energetische Maßnahmen in bestehenden Immobilien sowie einzelne Maßnahmen bei der Heizungstechnik gefördert werden. 

Details und Förder­bestimmungen wird die KfW im April 2021 veröffentlichen.

 

 

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